Die Prozession: Za Krizem

Die Prozession: Za Krizem

Osterprozession „Za Križem“ besteht aus 6 Prozessionen, die gleichzeitig in 6 Pfarrkirchen Vrboska, Jelsa, Pitve, Vrisnik, Svirče und Vrbanj um 22:30 in der Nacht von Grünndonnerstag stattfinden. Der Weg wird mit Lampen beleuchtet, sodass der Kreuzträger den Weg sieht. Der Kreuzträger führt die Prozession an und trägt ein Holzkreuz (ungefähr 16 bis 18 Kilogramm schwer) barfuß. Jede Prozession geht in Richtung Uhrzeigersinn bis zur nächsten Pfarrkirche. Man betet und singt den ganzen Weg und bleibt an den Kirchen und Kapellen der anderen Orte stehen, um Mariagottes zu beten und ihr Klagelied zu singen.

Nach dem Gebet in jeder Kirche geht jede Prozession durch Städte Vrboska und Jelsa und gegen Morgen kehrt in ihre Pfarrkirche zurück. Der erschöpfte Kreuzträger läuft am Ende der Prozession ein paar Schritte bevor er das Kreuz dem Priest gibt. Die tiefen männlichen Stimmen, die die ganze Nacht singen, als auch die Tradition, dass die Leute auf den Fenstern der Häuser Kerzen anzünden, tragen zu einer besonderen Atmosphäre bei.

 

Geschichte der Prozession

Die Prozession datiert auf das 16. Jahrhundert zurück und wurde im Jahr 2009 auf die UNESCO- Liste des immateriellen Weltkulturerbes eingestuft. Sie entstand aus einem Aufstand der Bevölkerung gegen Venezianer und fand jedes Jahr statt, was sicherlich ein Erfolg ist, besonders wenn man den Komunismus und den Krieg in Jugoslawien berücksichtigt.

Wenn die Prozession fertig ist, konzentrieren sich die Einwohner auf die Osternfeier. Die Kirchen sind ungewöhnlich still, weil das die einzige Zeit im Jahr ist, wenn die Kirchenglocken nicht jede Stunde anschlagen. Aber sie ersetzen all das mit dem Anschlagen am Ostersonntag, der der Höhepunkt der Osternfeier ist.